Wild lebende Honigbienen? „Gibt es nicht!“

Es ist noch gar nicht all zu lange her, als dies unter Bienenexperten als Standardantwort auf die vorangestellte Frage galt. Über wild lebende Honigbienen wurde -wenn überhaupt- hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Wild lebende Honigbienenvölker ohne imkerliche Betreuung galten als Krankheitsschleudern und Bienenschwärme als Betriebsunfälle ohne Überlebenschance. Hier hat sich in den vergangenen Jahren zum Glück einiges zum Positiven getan und die Rehabilitation der wild lebenden Honigbienenvölker ist im Gange. Dennoch, die Zahl der Skeptiker bleibt und es ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, bis die wilden Honigbienen in den Köpfen möglichst vieler Menschen und in der Breite angekommen sein werden. Und zwar nicht als Krankheitsschleuder sondern als Schatz, der gehoben, erforscht und bewahrt werden muss. So wie dieses Überlebenskünstlervolk in einer alten Linde nach erfolgreicher Überwinterung…

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Bienenbäume.

Die „Chemiefreien“ lassen sich blicken

Noch vor Kurzem herrschte tiefster Winter mit Schnee und zweistelligen Minusgraden, stets verbunden mit der Ungewissheit, wie es unseren „Chemiefreien“ auf ihren geringen eigenen Honigvorräten wohl ergeht. Rauhreif am Flugloch von der atmenden Wintertraube machte Hoffnung. Der frühe Frühlingseinbruch brachte die Gewissheit: Sie sind noch da! Und wir begeben uns zusammen mit ihnen in ein weiteres wildes Honigbienen-Jahr.

Der frühe Schwarm

Dieser Mutterschwarm aus einem Korbbienenvolk fiel am 30. April 2020 noch mitten in der Apfelbaumblüte. Warum ist uns dieser „frühe Schwarm“ eine Meldung wert? Weil die Honigbienen uns hiermit IHREN Jahresrhythmus plakativ vor Augen führten: Wer früh zur besten Zeit im Bienenjahr mit seinem Nachwuchs am Start ist, steigert die Chancen im Rennen um die besten Nistmöglichkeiten und gewinnt entscheidende Wochen in der Nektar- und Pollen-reichen Zeit zur guten Volksentwicklung und um die nötigen Vorräte für eine erfolgreiche Überwinterung anlegen zu können. Schwärme aus imkerlich betreuten Bienenvölkern werden oft durch schwarmverhindernde oder schwarmverzögernde Maßnahmen bis weit in den Mai bzw. Anfang Juni herausgezögert, wenn sie denn überhaupt schwärmen dürfen. Zu spät, um ohne imkerliche Hilfe den nächsten Winter zu überstehen!

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Der frühe Schwarm.