Wilde Honigbienen besiedeln Transformatorenmast

In einigen europäischen Ländern, wie hier in Frankreich, werden die Masten der Überlandstromkabel gerne als Betonmasten ausgeführt. Ab einer gewissen Mastgröße wird es für die wilden Honigbienen interessant: Größere Masten werden nicht mehr massiv sondern innen hohl ausgeführt. So wie dieser Doppel-Transformatorenmast, der von einem wild lebenden Honigbienenvolk als Nistplatz ausgewählt wurde. Drei übereinander liegende Montagelöcher in 6 Meter Höhe dienten als Einflugöffnungen, es herrschte an diesem Tag sehr reger Flugbetrieb.

Im spanischen Galicien hat Alejandro Machado zusammen mit seinen Forscherkollegen wild in Strommasten lebende Honigbienenvölker erforscht, lesen Sie hierzu mehr im Beitrag „Wilde Honigbienen besiedeln Strommasten in Galicien“.

Am Mastfundament dieser besonders sicheren, da lebensgefährlichen, Bienenunterkunft fanden wir geschwächte Drohnen, dessen sich das Bienenvolk Mitte Mai offensichtlich schon entledigt hatte.

Wilde Honigbienen als „Felsbewohner“

Einige Tiere wie beispielsweise Mauersegler und Wanderfalken sind vom Ursprung her Felsbewohner, die über die Jahrtausende die „Kunstfelsen“ der Menschen als Lebensraum und Nistplatz erobert haben. Wir können uns dem Eindruck nicht erwehren, dass es bei den wilden Honigbienen ähnlich gewesen sein muss, bedenkt man die Nistplatzwahl dieser Honigbienen. Zumindest wagt sich das Waldtier Honigbiene auch erfolgreich an alternative Nistmöglichkeiten heran, solllte die typische Schwarzspechthöhle als „Wunschwohnung“ in der Umgebung fehlen.

In Felswänden nistende Honigbienen, das kennt man aus anderen Kontinenten wie beispielsweise von der in Nepal lebenden Kliffhonigbiene. Ein wenig „Felsbewohner“ scheint aber auch noch in unserer westlichen Honigbiene Apis mellifera zu stecken.

Zum früheren Beitrag „Wilde Honigbienen überleben in Felsspalte“.

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Hausbesetzer.

Abeilles sauvages de Bourgogne

Im französischen Burgund überraschten uns diese drei wilden Dorfbienenvölker. Sie lebten in Mauernieschen der Wohnhäuser und im Kamin des alten Bürgermeisterhauses, jeweils nur 50 Meter voneinander entfernt. Wir erkundigten uns bei unserer Gastgeberin nach dem Imker im Ort und staunten um so mehr über ihre Antwort, dass es hier im Ort keinen Imker gäbe. Die wilden Honigbienen (Abeilles sauvages) in den Häuserwänden, das sei normal, die seien immer da.

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Wird das gute Image der Imkerei den Honigbienen zum Verhängnis?

„Setzen Sie beim Geldanlegen auf nachhaltigen Ertrag“ lese ich viele Wochen lang auf einem Plakat im Fenster der Sparkasse an der ich mehrmals am Tag vorbeilaufe. Oft habe ich mich gefragt, was mir dieses Plakat sagen soll. Enthält der beworbene Fond Aktien von einer Imkerei? Nein, das ist natürlich Unsinn. Zumindest jedoch besteht eine Gemeinsamkeit zwischen Aktien und Imkerei: Viele Arbeiten und wenige profitieren davon. Aber ich denke, das soll hier nicht zum Ausdruck kommen. Der Brückenschlag zur Börse sind natürlich der Stier und der Bär, die für steigende und fallende Aktienkurse stehen. Der Bienenkasten im Zusammenspiel mit der Blumenwiese soll offensichtlich die Nachhaltigkeit des beworbenen Produktes vermitteln. Das geht natürlich nur, weil die Imkerei ein sehr gutes Image hat. Bienen auf einer Blumenwiese vermitteln ein Heileweltgefühl und im weiteren Sinne Nachhaltigkeit. Wer sich mit der Imkerei beschäftigt stellt fest, dass das Image weitaus besser ist als das, was mit den Bienen im konventionellen Bereich passiert. Auch wenn meistens gute Absichten dahinter stehen, geht es für die Bienen oft nicht gut aus. Somit könnte das gute Image der Imkerei den Bienen zum Verhängnis werden, weil nach der weitläufigen Meinung kein Handlungsbedarf besteht, etwas an den Haltungsformen und -bedingungen der Bienen zu ändern.

Wer mehr darüber und über die tatsächlichen Bedürfnisse der Honigbienen erfahren möchte dem legen wir unser Buch „Der wilde Weg der Honigbienen“ ans Herz. Wir laden Sie ein tiefer auf unserer Homepage zu stöbern, dort haben wir zum Thema eigene Texte verfasst und viele weiterführende Inhalte verlinkt. Hier eine Kostprobe „Honig ist unbezahlbar“ aus unseren „Wilden Seiten“.

Ende eines Bienenbaumes

Heute haben wir diese umgestürzte Esche endeckt, deren Stamm hohl war. In dem hohlen Hauptstamm war nichts zu sehen, aber in einem der mächtigen Kronenäste fanden wir Waben. Einige lagen umher, wahrscheinlich haben Tiere nach Verwertbarem gesucht. Die Wandungen waren reichlich propolisiert. Es scheint eine gute Wohnhöhle gewesen zu sein.

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Sturmschaden.

Und wieder einen Winter überlebt!

Ziemlich genau vor einem Jahr berichteten wir von diesem wild und unbetreut lebenden Bienenvolk in einer hohlen Linde. Diese Bienen haben es drauf: Heute, ein Jahr und eine weitere erfolgreiche Überwinterung später, fliegen sie wieder an diesem warmen und sonnigen Frühlingstag Ende März.

Zu unserem Beitrag aus dem vergangenen Jahr „Wild lebende Honigbienen? „Gibt es nicht!“

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Bienenbäume.

Jetzt ist wieder Wilde-Honigbienen-Entdeckerzeit

Jetzt ist wieder Wilde-Honigbienen-Entdeckerzeit! Nach ihrer Winterruhe fliegen die Honigbienen an warmen sonnigen März-Tagen um die Mittagszeit wieder verstärkt aus. Solange die Bäume noch unbelaubt sind stehen die Chancen gut, ein wild lebendes Bienenvolk an seiner Behausung „Bienenbaum“ zu entdecken.

Dies funktioniert mit bloßem Auge. Im Gegenlicht, den Schattenwurf des Baumstammes nutzend, verraten sich die ein- und ausfliegenden Bienen als glitzernde Lichtpunkte, mit schnellem gradlinigem Ausflug aus dem Flugloch heraus und eher suchend-kreisendem Anflug auf das Flugloch zufliegend.

Nicht jedes Glitzern ist eine Honigbiene, aber mit ein wenig Übung und Erfahrung kann man das Flugbild der Honigbienen gut vom dem anderer Insekten wie Wespen, Hornissen, Hummeln, Schwebfliegen & Co. unterscheiden.

Halten Sie Ausschau nach Bienenbäumen mit Baumhöhlen wie diesen. Es macht Freude, ein wild lebendes Honigbienenvolk in seinem selbst gewählten Lebensraum zu entdecken.

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Bienenbäume.

Neuentdeckung im März

Wenn man ein wildes Bienenvolk so wie dieses Anfang März entdeckt, hat dies zwei Vorteile.

Erstens: Ein weiterer Beweis für die immer länger werdende Liste „Wild lebende Honigbienen gibt es sehr wohl!“

Und Zweitens: Dieses Volk hat den vergangenen Winter selbstständig überlebt. Das ist sicher, denn Anfang März ist die Schwarmsaison noch lange nicht im Gange und es ist damit auszuschließen, dass es sich hier um einen diesjährigen Schwarm -dem Imker entfleucht- handeln könnte.

Deswegen sind uns die Neuentdeckungen im März so wichtig.

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Bienenbäume.

Wilde Honigbienen besiedeln Strommasten in Galicien

In dieser aktuellen Studie von Benjamin Rutschmann, Patrick Kohl, Alejandro Machado und Ingolf Steffan-Dwenter geht es weniger um diese außergewöhnlichen Nistplätze der wild lebenden Honigbienenvölker. Vielmehr steht die Frage im Vordergrund wie der Naturraum in der Umgebung die Überlebenschance der Bienenkolonien beeinflusst.

„Wo wilde Honigbienen überleben“ (deutsche Übersetzung des Artikels über GoogleÜbersetzer)

„No one knew they existed“

The Guardian berichtet in diesem Artikel über die Entdeckung von rd. 50 wild lebenden Honigbienenvölkern in einem 400 ha großen naturnahen Waldgebiet nahe Blenheim Palace in Oxfordshire/England. Erste Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass es sich um eine lang bestehende, sehr isoliert lebende und an die lokalen Verhältnisse angepasste Population wild lebender Honigbienen handeln könnte. Die Bienen zeigen besondere Eigenschaften, die ihr selbstständiges Überleben sichern. Der Bienenexperte Filipe Salbany ist diesem speziellen Ökotyp Honigbienen auf der Spur.

„Niemand wusste, dass sie existierten“ (deutsche Übersetzung des Artikels über GoogleÜbersetzer)

Stellungnahme von Guy Thompson zum TheGuardian-Artikel (deutsche Übersetzung des Artikels über GoogleÜbersetzer hier).

Bericht des ONBG Meetings im Juli 2021 – Blenheim wild bees (deutsche Übersetzung des Artikels über GoogleÜbersetzer hier).

Im Januar diesen Jahres war Filipe Salbany Gast im Arboreal Apiculture Salon und berichtete mit großer Begeisterung über die Blenheim-Bees und die Erkenntnisse aus seiner bisherigen Arbeit. Der einstündige Podcast ist abrufbar auf der Seite von Free-Living Bees unter dem Arboreal Apiculture Salon No. 21 with Filipe Salbany.

Im Wald der wilden Bienen

Ein Film von Jan Haft aus der ARTE-Mediathek

Die wilde Honigbiene nimmt eine Schlüsselrolle in der Ökologie unserer Wälder ein. Sie kämpft gegen Wespen und aggressive Schmetterlinge und fällt allerhand Räubern zum Opfer. Ein natürlicher Kreislauf. Dennoch verschwand ihre Urform, die Dunkle Biene, fast vollständig aus Mitteleuropa. Wie konnte es dazu kommen? Der Film zeigt, wie es in einem wilden Bienenstock zugeht.

Der vielfach preisgekrönte Filmemacher Jan Haft führt uns mit seiner bildstarken und einfühlsamen Dokumentation vor Augen, was wir gewinnen, wenn wir den wilden Honigbienen wieder einen Platz in unseren Wäldern einräumen.

Quelle: ARTE-Mediathek, Dauer 44 min, verfügbar bis zum 02.02.2022.

Waldgeschichten: „Honigbienen sind Waldtiere“

In ihrem Blog „Waldgeschichten“ berichtet Leonie Hammer über wechselnde Themen rund um „Wandern, Natur und Draußensein“.

Ein wild lebendes Honigbienenvolk, in einer alten Eiche in rund fünf Metern Höhe zufällig entdeckt, führte zu diesem Blog-Beitag „Honigbienen sind Waldtiere“ welchen wir hier gerne teilen möchten.

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Die Honigbiene als Waldtier.

Konferenz „beewise-behuman“ in Bonn fällt aus

Heute erreichte uns die Mitteilung, dass die geplante Konferenz „beewise-beehuman“ leider nicht am geplanten Ausweichtermin im Oktober 2021 in Bonn stattfinden wird und von den Veranstaltern nach reiflicher Überlegung coronabedingt endgültig abgesagt werden musste.

Somit müssen wir auf die erwarteten spannenden Vorträge über die natürliche Biologie der Honigbiene und zu den Verhaltensweisen frei lebender Bienenvölker zunächst verzichten und hoffen auf auf eine baldige neue Gelegenheit zum Austausch.

„Wie kann ich die wild lebende Honigbienen in der hohlen Linde unterstützen?“

„Im letzten Jahr hatte ich erstmals Besuch von einem Schwarm Honigbienen der sich im Juli in der Luftschicht einer Gebäudewand angesiedelt hatte. Aufgrund der ungünstigen Gegebenheiten der Wand ist das Volk allerdings nach zwei bis drei Monaten zu Grunde gegangen. In diesem Jahr wiederholt sich das Ganze, sprich ein Schwarm Honigbienen hat sich bei uns eingefunden. Anfang Juli ist dieser in eine -mir bis dahin nicht bekannte- Baumhöhle in einer alten Linde eingezogen. Bislang scheint sich das Volk gut zu entwickeln, der Flugverkehr ist sehr rege. Wie ich den Ausführungen auf eurer Internetseite entnommen habe, ist das Bienenvolk allerdings sehr spät im Jahr geschwärmt und es wird es vermutlich nicht schaffen ausreichend Vorräte für den Winter anzulegen.“

Diese Nachricht erreichte uns vom Niederrhein von Bienenbeobachter G. Papen verbunden mit der naheliegenden Frage, welche Möglichkeit es gäbe dieses schützenswerte, wild lebende Bienenvolk „mit irgendeiner Art Zufütterung“ zu unterstützen. Welchen Rat kann man hier geben?

„Je später der Schwarm desto geringer seine Chance den ersten Winter zu überleben. Dieses Jahr war mit dem kalten Frühjahr ohnehin schon ein spätes Jahr, alles ungefähr einen Monat später, mit Anfang Juli ist Dein Schwarm bereits zwei Monate über der normalen Zeit. Die nahrungsreiche Zeit Mai und Juni hat Dein Schwarm verpasst. Eine Fütterung mit Zuckerwasser oder Futtersirup ist grundsätzlich eine Option zur Stärkung eines solchen Jungvolkes. Eine Fütterung ist ohne Zugang zur Baumhöhle jedoch so gut wie nicht möglich. Versuche von außen zu füttern würden das Risiko von Räuberei durch andere stärkere Honigbienenvölker herausfordern, davon ist abzuraten. Was können wir Dir raten? Eigentlich nur abwarten und beobachten was passiert. Das ist hart, unser Gewissen wird herausgefordert und wir kennen diese Situation nur zu gut, aber beim Bienenvolk in der natürlichen Baumhöhle sind wir gezwungen, der Natur ihren Lauf zu lassen. Auch wenn das Volk nicht überleben sollte, so hat es mit seiner Arbeit den Grundstein gelegt, indem es Waben gebaut und die Baumhöhle von innen propolisiert hat. Von dieser Vorarbeit profitieren nachfolgende Schwärme, solche verlassenen Bienenbehausungen üben auf Schwärme eine große Anziehungskraft aus, die Bienen wissen warum, und Du wirst es in den Folgejahren beobachten dürfen. Es bedarf aber mehrere Jahre und ebensoviele Schwärme bis eine Baumhöhle „bienengemäß“ ausgestattet ist und die Voraussetzung für eine erste erfolgreiche Überwinterung geschaffen ist.“

Weitere Infos auf unserer Wilden Seite Bienenbäume und Der frühe Schwarm.